Urlaubsprojekt 2018 Trucker-Essen

Erlebnisbericht von Angelika Zink-Mößl

Kann man da was kaufen?“ „Nein, aber Sie können gerne bei uns essen! Heute gibt es Hackbraten mit Kartoffelsalat – möchten Sie?“ „Und das kostet nichts?“ ungläubiges Nachfragen eines Vaters, der für seine 4 jährige Tochter gerne etwas Warmes zum Essen haben möchte. Bratwürstl wären noch besser, aber Hackbraten mag die Kleine dann auch.

Diese kleine Unterhaltung fand an einem ungewöhnlichen Ort statt. Autos und vor allem Lastwägen aus aller Herren Länder belagerten den Parkplatz auf der A3 und mitten drin wir!

Vor den Augen pausierender Brummifahrer bauten wir zwei Biertischgarnituren, einen großen Sonnenschirm, eisgekühlte Getränke, 2 Kg Hackbraten am Donnerstag und 2 ½ kg Gulasch am Dienstag plus Salate auf.

"Ah, da kommt bestimmt gleich ein Reisebus zur Brotzeit!“ dachte einer der Fahrer, als er uns beim Aufbau beobachtete. Umso überraschter war er, als Erich dann direkt auf seinen Truck zuging und ihn zum Essen einlud! Ihn? Wieso ihn? Diese Frage stellten sich auch die anderen Truckerfahrer, die Erich ebenso einlud - ungarische, rumänische, bulgarische, türkische, tschechische, ukrainische, kroatische, serbische...

Erich, das Sprachgenie? Erich hat die Sprache benutzt, die jeder versteht: die Sprache der Liebe! Augenkontakt, Gestik, Mimik (aber ganz hat`s dann doch nicht gereicht und Erich schob noch einen Zettel nach mit der schriftlichen Einladung in ihrer Sprache – Google macht`s möglich!)

Und so kam es, dass wir an 6 Tagen rund 90 Mahlzeiten ausgeben konnten und ca. 100 Bibeln (speziell für Trucker, in verschiedenen Sprachen mit Berichten, Lebenszeugnissen, und vielen Informationen rund um den Glauben)

Erich hatte vor ein paar Monaten eine Reportage gesehen, wo über das schwierige und einsame Leben von Truckerfahrern berichtet wurde und ich hatte zur gleichen Zeit das starke Bedürfnis mal wieder ganz konkret die Liebe Gottes in Taten umzusetzen. Und so wurde klar, dass das Ziel der tätigen Liebe Gottes diesmal den Truckern galt und so machten wir uns ans Werk! Ganz praktisch geholfen haben uns dabei Susanne, Roswitha und Rüdiger; finanzielle Unterstützung fanden wir durch Sponsoren.

Gerüstet mit Gebetsunterstützung, Bibeln und der Liebe Gottes kam es zu interessanten Begegnungen. Wir erfuhren einiges über die Arbeit und das Leben der Fahrer, die teilweise schon bis zu 40 Jahren auf den Straßen verbrachten, jedoch von der „Romantik“der „einsamen Wölfe der Landstraße“ wenig verspürten.

Die Wirklichkeit ist hart und unwirtlich und umso erstaunter waren sie über uns! „In den 18 Jahren, die ich nun schon unterwegs bin, hab ich so etwas noch nie erlebt!“ wiederholte einer gleich ein paar Mal; ein anderer ließ von Google übersetzen: „Du bist der erste deutsche Mann, der schön (freundlich, herzlich) ist!“ Gastfreundlich war er selber auch, wovon sich Erich bei einer Tasse frischgebrühtem starken türkischen Kaffee überzeugen konnte. Auch andere beschenkten uns mit Honig, Saft und Keksen. Aber natürlich nahmen nicht alle die Einladung an, aber die meisten davon trotzdem die Bibeln.

Nach ca. 2 Stunden auf dem Parkplatz ging`s dann wieder an`s Aufräumen. Ein besonderes „Zuckerl“ für uns war es zu sehen, wie manche anfingen in der Bibel zu lesen und gar nicht wieder aufhörten! Möge die Liebe Gottes in ihre Herzen fallen und sie erkennen lassen, wer sie in Jesus Christus sind!

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